Pionierflotte

Allgemeines

Die Flusspionierkompanien der Bundeswehr waren gemäß „Stärke- und Ausrüstungsnachweis“ (StAN) in Auftrag, Gliederung und Personal identisch, verfügten jedoch über einen unterschiedlichen Bootspark.

Die Erstausstattung mit Wasserfahrzeugen bestand ausschließlich aus Booten, die von den „Alliierten“ der jungen Bundeswehr überlassen wurde.

Um die fehlende Übersetzkapazität in Bootsform auszugleichen, wurden den Flusspionierkompanien in Koblenz und Achim zwischenzeitlich das Hohlplattenbrückengerät  übergeben. Als Antriebsmittel für die „Hohlplatte“ dienten große Motorboote. Für den Transport von Schwimmbrückengerät und Motorboote  waren Lastkraftwagen “Sieben-Tonner“ mit Anhänger vorgesehen. Der Umfang des zugewiesenen „Ersatzgerätes“ war zeitweilig beträchtlich. Er betrug bis zu 300 Pontons und 30 Motorboote mit einer großen Zahl an Transportfahrzeugen. Diese Übergangsregelung dauerte bis Mitte der sechziger Jahre.

Landungsboot Typ „Mannhein 51“ von der franz. Marine übernommen

Das von den Alliierten übernommene „Alt-Gerät“ wurde nach und nach durch Neubauten der Bundeswehr ersetzt. Die „Y-Sicherungsboote“ und die „Oberwinter-Landungsboote“ waren schon zum April 1966 außer Dienst gestellt, die alten „Mannheim-Boote“ der Typen 1951 bis 1952 wurden bis Mitte der siebziger Jahre ausgesondert. Ebenso wurden die Sicherungsboote „Classe 33“ aus der Truppe genommen, bis auf zwei Exemplare, die den beiden Pionierregimentern des Territorialbereiches Süd und Nord zur besonderen Verwendung zugestanden wurden.

Landungsboot Typ „Oberwinter“unter franz. Flagge

Dem Zahn der Zeit vermochten auch die Sicherungsboote „Classe 21“, die einst für die französische Marine gebaut wurden, nicht zu widerstehen.

Das Sicherungsboot Typ „Koblenz“, mit Ruderpropeller von der „Schottelwerft“ bei Koblenz gebaut, ging zunächst mit acht Stück in den Serienbau, nach dem sich bereits drei Boote aus der Vorserie zur Erprobung in der Truppe befanden. dieses Sicherungsboot war bestens gelungen, aber leider durch Überperfektion zu schwer geraten, so dass 1970 die Auslieferung an die Flusspionierkompanien nicht mehr abgeschlossen wurde.

Pionier-SchlepperTyp „Mainz“, hier: T 41 bei der Jungfernfahrt, wurde am 16.02.1960 in Dienst gestellt. Die Flusspionierkompanie (TV) 790, Koblenz, war mit der Truppenerprobung dieses Bootes beauftragt

Die „Clausenfähre“ bei der Truppenerprobung

Zur Entwicklung von Flussfähren, die zum Überlandtransport geeignet sind, erhielten die Bodanwerft in Kressbronn am Bodensee und die Clausenwerft in Oberwinter den Auftrag zum Bau je eines Prototyps einer zerlegbaren Fähre.

Ab Januar 1962 wurden die beiden Prototypen dieser neuen Fähren durch die Koblenzer Flusspioniere, unter Federführung der Erpro-bungsstelle in Koblenz-Metternich, einer konkurrierenden Truppenerprobung unterzogen.

In unzähligen Übungen, auf allen möglichen Gewässern, wurde diese Fähre erprobt und dabei in Zusammenarbeit  mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und der Bodanwerft ständig für die militärischen Bedürfnisse verbessert.

So konnte unter anderem durchgesetzt werden, dass beim Bau der Hauptserie (ab 1971) andere Antriebsmotoren eingesetzt und die Fähre für die Anforderungen der MLC 120/60 decksmäßig verstärkt wurde. Auch der bisherige Antrieb durch Ruderpropeller wurde zugunsten eines „Jet-Anriebes“(Wasserdüsen) gewechselt.

Das Sicherungsboot „Classe 33“ wurde 1952-54 auf der „Burmester-Werft“ in Bremen für die US-Navy speziell für die Rheinflottille gebaut. Die Boote wurden 1958 an die Flusspioniere übergeben und Ende der 70er Jahre ausgesondert.

Die Pionierflotte hatte Ende des Jahres 1968 einen Umfang von insgesamt 85 Booten!

Im Rahmen einer Umstrukturierung der Flusspioniere mit einer gleichzeitigen Verminderung von sechs auf vier Kompanien kam es 1969/1970 zu einer Neuverteilung des vorhandenen Gerätes.

Alle vier Flusspionierkompanien erhielten nunmehr

  •     9 Pionier-Landungsboote Typ „Mannheim 59“ oder Pionierfähren Typ „Bodan“
  •      3 Pionier-Sicherungsboote Typ „Classe 21“ oder „Classe 33“
  •      1 Pionier-Schlepper Typ „Mainz“

Schlepper

Grundlage

Pionier-Schlepper Typ „Mainz“, hier: T 41 bei der Jungfernfahrt, wurde am 16.02.1960 in Dienst gestellt. Die Flusspionierkompanie (TV) 790, Koblenz, war mit der Truppenerprobung dieses Bootes beauftragt

Einsatz

Der Schlepper wurde zum Bergen und Schleppen schadhafter Wasserfahrzeuge sowie zur Hilfeleistung bei Instandsetzungen, Räumungsarbeiten und Bränden eingesetzt.

Das Brechen von Eis bis zu 20 cm Kerneisstärke war möglich.

Der Einsatz erfolgte im Rahmen der Flusspionierkompanie oder auch zur Verstärkung eines Flusspionierzuges.

Beschreibung

Breite auf Spanten 5,90 m
Größter Tiefgang 1,00 m
Antriebsmotor KHD SBF 12 M 716
mit Renk-Getriebe SWGF 32 2 x 279 KW (2 x 380PS)
Geschwindigkeit 21 Km/h
Bewaffnung 1 x 2 MG 3
Länge über alles 27,96 m
Orginalkosten 1959: 500.00,00 DM

Bauart

Der Pionier-Schlepper hatte einen typischen breiten Schlepperrumpf mit Spiegelheck und niedrigem Aufbau. Auf einer Konstruktion aus kräftigen Stahlprofilen bzw. Stahlblechen war eine geschweißte Außenhaut aus Stahlblechen mit Materialstärken bis zu 10 mm aufgebracht. Diese robuste Bauweise ermöglichte einen Einsatz unter harten Bedingungen und eine lange Lebensdauer.

Besatzung

1 Hauptfeldwebel Bootskommandantenfeldwebel
und Gruppenführer

1 Feldwebel Bootsmaschinenfeldwebel

1 Unteroffizier Bootssteuermannunteroffizier

1 Hauptgefreiter Bootsmaschinist

1 Soldat Flusspionier

1 Soldat Flusspionier und Feldkoch

1 Soldat Flusspionier und Sprechfunker

S Boot Class 33

Grundlage

Das Sicherungsboot „Class 33“ wurde 1952-54 auf der „Burmester-Werft“ in Bremen für die US-Navy speziell für die Rheinflottille gebaut. Die Boote wurden 1958 an die Flusspioniere übergeben und Ende der 70er Jahre ausgesondert.

Die Pionierflotte hatte Ende des Jahres 1968 einen Umfang von insgesamt 85 Booten!

Im Rahmen einer Umstrukturierung der Flusspioniere mit einer gleichzeitigen Verminderung von sechs auf vier Kompanien kam es 1969/1970 zu einer Neuverteilung des vorhandenen Gerätes.

Alle vier Flusspionierkompanien erhielten nunmehr

  •     9 Pionier-Landungsboote Typ „Mannheim 59“
    oder Pionierfähren Typ „Bodan“
  •      3 Pionier-Sicherungsboote Typ „Classe 21“ oder „Classe 33“
  •      1 Pionier-Schlepper Typ „Mainz"

Einsatz

Das Pionier-Sicherungsboot wurde im Rahmen der Flusspionierkompanie zu Erkundungs-, Aufklärungs- und Sicherungsaufträgen eingesetzt.

Ein Einsatz gemeinsam mit Taucher- und Sturmbootgruppe war ebenfalls möglich. Im Regelfalle wurde es jedoch zur Verstärkung eines Flusspionierzuges an einer Ersatzübergangsstelle eingesetzt.

Beschreibung

Länge über Deck 27,00 m
Länge in der Konstruktionswasserlinie 25,00 m
Breite auf Spanten 4,40m
Größter Tiefgang 1,00 m
Antriebsmotoren: Mercedes Benz MB836 2 x 500 PS
Geschwindigkeit 40,7 Km
Tragfähigkeit MLC 60 (ca. 60 t)
Bewaffnung 2 x 2 US MG Cal 50)

Beschreibung

Langgestreckter Bootskörper in Rundspantbauweise mit stark gerundetem Vorsteven und Spiegelheck. Der Bootskörper mit inneren Konstruktionsteilen und Aufbauten war überwiegend aus Stahl, wo aus Festigkeitsgründen möglich auch aus Leichtmetall -, in teils genieteter, teils geschweißter Ausführung gefertigt. Der Rumpf war durch 4 wasserdichte Schotten in 5 Abteilungen unterteilt.

Besatzung

1 Feldwebel Bootskommandantenfeldwebel und Gruppenführer
1 Unteroffizier Bootssteuermannunteroffizier
1 Unteroffizier Bootsmaschinenunteroffizier
1 Hauptgefreiter  Bootsmaschinist
1 Soldat Flusspionier
1 Soldat Flusspionier und Feldkoch
1 Soldat Flusspionier und Sprechfunker
S Boot Class 21

Einsatz

Das Pionier-Sicherungsboot wurde im Rahmen der Flusspionierkompanie zu Erkundungs-, Aufklärungs- und Sicherungsaufträgen eingesetzt.

Ein Einsatz gemeinsam mit Taucher- und Sturmbootgruppe war ebenfalls möglich. Im Regelfalle wurde es jedoch zur Verstärkung eines Flusspionierzuges an einer Ersatzübergangsstelle eingesetzt

S Boot Typ Koblenz

Das Sicherungsboot "Kobenz"

Einsatz

Das Sicherungsboot „Classe 33“ wurde 1952-54 auf der „Burmester-Werft“ in Bremen für die US-Navy speziell für die Rheinflottille gebaut. Die Boote wurden 1958 an die Flusspioniere übergeben und Ende der 70er Jahre ausgesondert.

Das Pionier-Sicherungsboot wurde im Rahmen der Flusspionierkompanie zu Erkundungs-, Aufklärungs- und Sicherungsaufträgen eingesetzt.

Beschreibung

Länge über Deck 15,50m
Länge in der Konstruktionswasserlinie 14,40 m
Breite auf Spanten 3,00 m
Größter Tiefgang 1,37 m
Antriebsmotoren:  2x Deutz SBF6M716 á 250 PS
Antrieb Schottel Ruderpropeller Typ SRP100
Geschwindigkeit 32 km/h
Bewaffnung 1 BMK 20
Besatzung 6 Soldaten

Bauart

Langgestreckter Bootskörper

Besatzung

1 Bootskommandantenfeldwebel und Gruppenführer
1 Bootssteuermannunteroffizier
1 Bootsmaschinenunteroffizier
1 Bootsmaschinist
1 Flusspionier
1 Flusspionier und Feldkoch
1 Flusspionier und Sprechfunker
Bodanfähre

Grundlagen

Zur Entwicklung von Flussfähren, die zum Überlandtransport geeignet sind, erhielten die Bodanwerft in Kressbronn am Bodensee und die Clausenwerft in Oberwinter den Auftrag zum Bau je eines Prototyps einer zerlegbaren Fähre.

Ab Januar 1962 wurden die beiden Prototypen dieser neuen Fähren durch die Koblenzer Flusspioniere, unter Federführung der Erprobungsstelle in Koblenz-Metternich, einer konkurrierenden Truppenerprobung unterzogen.

Es dauerte ein volles Jahr, bis schließlich die Entscheidung zur Beschaffung für die Truppe zugunsten der „Bodanfähre“ getroffen dar. Bis März 1966 waren bereits weitere drei Bodanfähren der 0-Serie (MLC 50/30) an die Koblenzer Flusspioniere ausgeliefert worden, die maßgeblich an der Entwicklung und Truppenerprobung dieser Pionierfähre Typ „Bodan“ beteiligt war.

In unzähligen Übungen, auf allen möglichen Gewässern, wurde diese Fähre erprobt und dabei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und der Bodanwerft ständig für die militärischen Bedürfnisse verbessert.

So konnte unter anderem durchgesetzt werden, dass beim Bau der Hauptserie (ab 1971) andere Antriebsmotoren eingesetzt und die Fähre für die Anforderungen der MLC 120/60 decksmäßig verstärkt wurde. Auch der bisherige Antrieb durch Ruderpropeller wurde zugunsten eines „Jet-Anriebes“(Wasserdüsen) gewechselt.

Einsatz

Eine Pionierfähre, Typ Bodan, stellte eine taktische Teileinheit einer “Übersetzgruppe” dar.

Drei dieser Übersetzgruppen bildeten gemeinsam mit je einer Führungsteileinheit “Zugtrupp” den Flußpionierzug.

Ein Flusspionierzug (Bodan) war befähigt in einer Stunde

  • 96 Lastkraftwagen (7-Tonnen) oder
  • 24 Kampfpanzerüber ein breites Gewässer auf das andere Ufer zu „werfen“.

Die Pionierfähren Typ „Bodan“,  konnten untereinander in wenigen Minuten mit Bug- und Heckrampen gekoppelt und somit zu einer durchgängigen, panzertauglichen Kriegsbrücke (MLC 60) eingesetzt werden.

Koch- und Schlafräume, WC sowie genügend Brennstoff- und Wasservorräte an Bord ermöglichten den selbstständigen Einsatz einer Fähre ohne landgebundene Versorgung für 5 Tage.

“Dieser Flusspionierzug (Bodan) hat Brücken-Qualität“!  (Kommentar eines Divisionskommandeurs bei der NATO-Übung  „CARGO CANOE“ ,1980, am Niederrhein)

Beschreibung

Länge 36,46 m
Breite 7,62 m
Tiefgang (unbeladen) 0,68 m
Tiefgang (beladen) 1,5 m
Antriebsmotoren Deutz F8L413 4 x 108 KW  (147 PS)
Gewicht   140 t
Geschwindigkeit 14 Km/h
Tragfähigkeit MLC 120 (ca. 90 t) Ausnahmelast 135 t
Bewaffnung 2 x BMK 20 mm

Bauart

Die Konzeption der Pionierfähre Typ „Bodan“, stammte aus den frühen 60er Jahren. Charakteristisch war vor allem die Ausstattung mit je einer Rampe an Bug und Heck, die ein zügiges Be- und Entladen der Fähre ohne langwieriges Rangieren ermöglichte.

Die Fähre bestand aus 12 gekuppelten Pontons, war zerlegbar und auch verlastbar. Die Pontons konnten auch zu Sonderbauweisen zusammengefügt werden. Das Steuerhaus konnte bei niedrigen Durchfahrten abgesenkt werden.

Die Flussfähre war mit moderner Elektronik und Hydraulik, sowie zwei Bordmaschinenkanonen 20 mm zur Selbstverteidigung ausgestattet.

Besatzung

1 Fw Bootkommandant
1 Fw/Uffz Bootsmaschinist
1 Uffz Bootsteuermann
1 HptGefr Bootsmaschinist/Elektromechaniker
2 Soldaten Flußpioniere
1 Soldat Flußpionier/Sprechfunker
1 Soldat Bootsmaschinist
1 Soldat Flußpionier/Feldkoch
Landungsboot

Grundlage

Das von den Alliierten übernommene „Alt-Gerät“ wurde nach und nach durch Neubauten der Bundeswehr ersetzt. Die „Y-Sicherungsboote“ und die „Oberwinter-Landungsboote“ waren schon zum April 1966 außer Dienst gestellt, die alten „Mannheim-Boote“ der Typen 1951 bis 1952 wurden bis Mitte der siebziger Jahre ausgesondert. Ebenso wurden die Sicherungsboote „Classe 33“ aus der Truppe genommen, bis auf zwei Exemplare, die den beiden Pionierregimentern des Territorialbereiches Süd und Nord zur besonderen Verwendung zugestanden wurden.

Dem Zahn der Zeit vermochten auch die Sicherungsboote „Classe 21“, die einst für die französische Marine gebaut wurden, nicht zu widerstehen.

Einsatz

Ein Pionier-Landungsboot Typ „Mannheim“, stellte die taktische Teileinheit einer „Übersetzgruppe“ dar. Drei dieser Übersetz-gruppen bildeten gemeinsam mit je einer Führungsteileinheit „ Zugtrupp “ den Flusspionierzug. In der Regel wurde der Flusspionierzug, an einer Ersatzübergangsstelle  eingesetzt. Ein solcher Flusspionierzug, in breitem Gewässer (z.B. Rhein) eingesetzt, konnte in einer Stunde 24 Lastkraftwagen (7-Tonnen) oder 12 Kampfpanzer übersetzen.

Beschreibung

Bauwerft Schiff- und Maschinenbau AG Mannheim
Bauzeitraum 1959 - 1962
Baumenge 23
Länge 36,46 m
Breite 7,62 m
Tiefgang, ungeladen 0,68 m
Tiefgang, beladen 1,05 m
Antriebsmotoren MWM 318 kw / 432 PS
Gewicht 140 t
Geschwindigkeit 17 Km
Tragfähigkeit MLC 120 (ca. 90 t),Ausnahmelast 135 t
Bewaffnung 2 x 2 MG 3 auf Zwillingssockellafette

Bauart

Das Landungsboot war ein prahmartig gebautes Fahrzeug mit 4 wasserdichten Quer-, im Bereich des Vorschiffe 2 Querschotten und 5 Längsschotten. Somit gaben 15 wasserdichte Abteilungen der Flussfähre bei Leckwerden eine gute Schwimmfähigkeit.

Außenhaut, Deck und Schotten aus bis zu 10 mm Stahlblech sowie kräftigen Stahlprofilen für Bodenwrangen, Spanten, Schotten, Fundamente, Deckbalken und Rampe gewährleisteten Robustheit und lange Lebensdauer trotz härtester Belastung.

Besatzung

1 Feldwebel Bootskommandant und Gruppenführer
1 Feldwebel Bootsmaschinenfeldwebel oder
1 Unteroffizier Bootsmaschinist
1 Unteroffizier Bootssteuermann
1 Hauptgefreiter Bootsmaschinist und Elektromechaniker
2 Soldaten Flusspionier
1 Soldat Flusspionier und Sprechfunker
1 Soldat Bootsmaschinist
1 Soldat Flusspionier und Feldkoch

Aufgaben der Bootsbesatzung

Kommandant

Kommandant

Der Bootskommandant war der Führer seines Bootes. Er war verantwortlich für die Sicherheit

  • aller Personen an Bord,
  • des Bootes und
  • der Ladung sowie Einsatzfähigkeit, Vollzähligkeit und ordnungsgemäßen Betrieb aller Anlagen und Geräte an Bord.

Der Bootskommandant leitete die Gemeinschaftsausbildung seiner Besatzung in ihren Tätigkeiten an Bord. Hierzu wurden alle Übungen und Fahrten ausgenutzt. Bei längerem Einsatz, ausgenommen Fährbetrieb, wurden auch Pflege und Wartungsarbeiten durchgeführt, wenn diese den Betrieb und die Sicherheit von Boot und Besatzung nicht beeinträchtigten.

Der Bootskommandant war bei jeder Fahrt für die Vollzähligkeit der mitzuführenden Unterlagen verantwortlich und gab sie bei Bedarf aus. Zu den Unterlagen gehörten:

  • Schiffstagebuch,
  • Maschinenbegleitheft,
  • Tagesarbeitslisten für Maschinen,
  • Fernmeldebetriebsunterlagen,
  • Fahrbefehl,
  • Vordruck "Meldung über Schiffsunfall",
  • Technische Dienstvorschriften,
  • Schiffsattest,
  • HDV 287/4 "Fahren mit Booten der Flusspioniere",
  • Gewässerkarten für die zu befahrenen Gewässer,
  • für die Fahrstrecke gültige Schifffahrtsordnungen oder                   Schifffahrtspolizeiverordnung.

Der Bootskommandant führte das Schiffstagebuch. Er überprüfte die Eintragungen des Bootsmaschinenfeldwebels / Bootsmaschinenunteroffiziers in den Tagesarbeitslisten der Maschinen und veranlasste, dass diese Listen täglich, -bei mehrtägigen Fahrten unmittelbar nach deren Abschluss -, an den pioniertechnischen Feldwebel der Kompanie weitergeleitet wurden. Der Bootskommandant erstattete bei Schiffsunfällen schriftliche Meldung.

Vor jedem Fahrtantritt ließ sich der Bootskommandant von seiner Besatzung die Einsatzbereitschaft und Vollzähligkeit der Geräte in den Verantwortungsbereichen melden. Er überprüfte durch Stichproben die Richtigkeit der Meldungen.

Der Bootskommandant hatte sein Boot auch bei Fahrten im Verband so zu führen, dass andere Fahrzeuge nicht beschädigt, die Schifffahrt nicht behindert sowie Beschädigungen der Ufer und Anlagen jeder Art im Gewässer und an den Ufern vermieden wurden.

Für den Ausrüstungsstand seines Bootes war der Bootskommandant verantwortlich. Auftretende Schäden an oder Verluste von Geräten und Material meldete er der Kompanie. Betriebsstoff-, Frischwasser-und Propangasvorrat ließ er nach jeder Fahrt prüfen und gegebenenfalls ergänzen.

Bootssteuermann

Bootssteuermann

Der Bootssteuermann bediente in der Regel die Fahr-und Steueranlagen des Bootes. Er war verantwortlich dafür, dass Fahr- und Steueranlagen des Bootes. Traten keine Beanstandungen auf, meldet er dem Bootskommandanten:

  • Rettungsgerät,
  • Sanitätsmaterial,
  • Brandschutzgeräte und die an Bord befindliche seemännische Ausrüstung (Leinen, Seile,Fender, Schäkel usw.) ordnungsgemäß abgelegt, gelagert, vollzählig und brauchbar waren.

Vor Antritt einer Fahrt überprüfte der Bootssteuermann die Funktion der Fahr- und Steueranlagen des Bootes. Traten keine Beanstandungen auf, meldete er:

"Rettungsgerät, Sanitätsmaterial, Brandschutzgerät und seemännische Ausrüstung vollzählig und einsatzbereit, an Fahr-und Steueranlagen keine Beanstandungen"!

MaschFw/MaschUffz

MaschFw/MaschUffz

Je nach Bootstyp war der BootsMaschFw/BootsMaschUffz verantwortlich für die Einsatzbereitschaft, Betriebssicherheit sowie Pflege und Wartung der

  • Hauptmotore,
  • Hilfsmotore,
  • Lenz-und Feuerlöschanlage,
  • Trimmanlage,
  • Pressluftanlage,
  • Heizanlage,
  • Elektrische Anlage, einschließlich aller Batterien,
  • Hydraulikanlage,
  • Frischwasseranlage,
  • Betriebsstoffanlage,
  • Propangasanlage, einschließlich aller Leitungen.

Er meldete dem Bootskommandanten (BootsKdt) rechtzeitig den Bedarf an Betriebsstoff, Propangas und Trinkwasser.

Auf Flussfähren war der BootsMaschFw außerdem für die Notruderanlage verantwortlich und wurde bei Überprüfung, Schadensbeseitigung sowie Pflege und Wartung der elektrischen Anlage durch den Elektromechaniker unterstützt.

Der BootsMaschFw/BootsMaschUffz füllte nach jeder Inbetriebnahme von Motoren die "Tagesarbeitsliste für Maschinen" aus und legte sie dem BootsKdt vor.

Vor Beginn einer Fahrt führte der BootsMaschFw/BootsMaschUffz folgende Arbeiten durch:

  • Motorenraum durchlüften,
  • Bodenventile öffnen, damit der Kühlwasserweg frei wird, gegebenenfalls den Motor vorwärmen,
  • Motoren-und Getriebeölstand prüfen,
  • alle Betriebsstoffleitungen entlüften und auf Dichtigkeit prüfen,
  • Anlasseinrichtung klarmachen,
  • Getriebeschaltung prüfen,
  • Positionslichter, Scheinwerfer, akustische Anlagen sowie die gesamte Lichtanlage überprüfen,
  • Batterien überprüfen,
  • an Ruder-oder Ruderpropelleranlage Wellenlager und Wellenbuchsen überprüfen,
  • Betriebsstoff-Trinkwasser-und Propangasvorrat feststellen sowie Heizungsanlage, wenn erforderlich, in Betrieb nehmen.

Das Ergebnis der Prüfung wurde dem BootsKdt gemeldet, der daraufhin einen Probelauf durchführen ließ. Ergaben sich hierbei keine Störungen, meldete der BootsMaschFw/BootsMaschUffz vor Fahrtbeginn dem BootsKdt:

"Alle Anlagen an Bord betriebsbereit"!

Während der Fahrt überwachte der BootsMaschFw/BootsMaschUffz Betriebsstoff- und Kühlwasserpumpen sowie alle Druck-und Temperaturmesser.

Er meldete dem BootsKdt aufgetretene Störungen und hat ihm Maßnahmen zu deren Behebung vorgeschlagen.

Auch wenn Störungen nicht aufgetreten sind, wurde in jedem Falle eine halbe Stunde nach Fahrtbeginn gemeldet:

"Alle Anlagen an Bord arbeiten störungsfrei"!

Die Übernahme von Betriebsstoff wurde unter Beachtung der Sicherheitsbestimmungen durch ihn überwacht.

Maschinist

Maschinist

Der Bootsmaschinist unterstützte auf allen Bootstypen den Bootsmaschinenfeldwebel/Bootsmaschinenunteroffizier (BootsMaschFw/BootsMaschUffz) bei seinen Tätigkeiten. Er konnte vom Bootskommandanten mit Aufgaben des BootsMaschFw/BootsMaschUffz betraut werden, wenn dieser abwesend war.

Auf Fluss-Schleppern bediente, pflegte und wartete der Bootsmaschinist zusätzlich

  • die Bordkanone(n),
  • die Ankereinrichtung,
  • die Spillanlage sowie
  • die Feuerlöschkanone

Er hatte dem Flusspionier/Feldkoch beim Ab-und Anlegen sowie beim Fahren mit Notruder zu helfen.

Vor Antritt einer Fahrt übernahm der Bootsmaschinist auf Pionier-Schleppern die Munition, lagerte sie am vorgesehenen Platz an Bord und überprüfte die Bordwaffen, Ankereinrichtung, Spillanlage und Feuerlöschkanone.

Traten keine Beanstandungen auf, meldete er dem Bootskommandanten:

"Bordwaffe, Ankereinrichtung, Spillanlage und Feuerlöschkanone einsatzbereit, Anzahl Patronen an Bord!"

EloMech

EloMech

Der Bootsmaschinist / Elektromechaniker, -nachfolgend nur Elektromechaniker genannt -, hatte eine Doppelaufgabe.

Auf Flussfähren unterstützte er den Bootsmaschinenfeldwebel bei

  • Überprüfung
  • Schadensbeseitigung sowie
  • Pflege und Wartung
  • der elektrischen Anlagen an Bord, einschließlich aller Batterien.

Vor Beginn einer Fahrt überprüfte der Elektromechaniker:

  • Positionslichter
  • Scheinwerfer
  • akustische Anlagen
  • die gesamte Lichtanlage
  • Batterien

und gemeinsam mit dem Bootssteuermann die elektrischen und elektromagnetischen Fahr-und Steueranlagen des Bootes. Ergaben sich hierbei keine Störungen, meldete er dem Bootsmaschinenfeldwebel:

"Alle elektrischen Anlagen an Bord betriebsbereit"!

Während der Fahrt unterstützte der Elektromechaniker den Bootsmaschinenfeldwebel, wenn Störungen auftraten, bei der Suche der Ursache und bei der Behebung des Schadens.
Als Bootsmaschinist eingesetzt, führte er die Tätigkeiten der Bootsmaschinisten aus.

Pionier/Funker

Pionier/Funker

Der Flusspionier/Sprechfunker, -nachfolgend nur Funker genannt -, hatte eine Doppelaufgabe.
Der Funker war für die ordnungsgemäße Abwicklung des Funkbetriebes an Bord verantwortlich. Er beschaffte, bearbeitete und verwaltete die Fernmeldebetriebsunterlagen.
Der Funker stellte die Funkverbindungen nach dem von der Dienststelle befohlenen Funkeinsatz her und hielt sie. Die Unterlagen hierzu mussten rechtzeitig zur Verfügung stehen und betriebssicher sein.
Darüber hinaus war der Funker für die Vollzähligkeit, Betriebsbereitschaft sowie Pflege und Wartung der Funkgeräte verantwortlich.
Traten keine Beanstandungen auf, meldete er dem Bootskommandanten:

"Fernmeldebetriebsunterlagen vollzählig, Funkgerät einsatzbereit"!

Der Funker war ferner für den optischen Felluneldeverkehr verantwortlich. Er bediente die Flaggenleinen beim Setzen und Niederholen von Flaggen und Standern. Vor Antritt einer Fahrt überprüfte er die Vollzähligkeit der Flaggen und Flaggensätze sowie die Betriebsbereitschaft der Flaggenleinen und des Handscheinwerfers. Mängel, die er nicht selbst beseitigen konnte, meldet er dem Bootskommandanten.

Flusspionier

Flusspionier

Flusspioniere handhabten, pflegten und warteten

  • die Bordausstattung an Deck,
  • die Bordwaffen sowie
  • die Ankereinrichtung

Vor Antritt einer Fahrt führten die Flusspioniere folgende Aufgaben durch:

  • Übernahme der Munition und Lagerung am vorgesehenen Platz an Bord
  • Überprüfung der Bordwaffen und Ankereinrichtungen.

Traten keine Beanstandungen auf, meldeten sie dem Bootskommandanten:

"Bordwaffen und Ankereinrichtungen einsatzbereit, Anzahl Patronen Munition an Bord"!

Feldkoch

Flusspionier/Feldkoch

Der Flusspionier / Feldkoch hatte eine Doppelaufgabe. Er bediente beim Ab-und Anlegen des Bootes die Fender und Leinen.

Auf dem Pionier-Schlepper unterstützte er außerdem den Bootsmaschinisten beim Bedienen der Bordwaffe, der Ankereinrichtung, der Spillanlage und der Feuerlöschkanone. Er half beim Rettungsdienst, beim Fahren mit Notruder und pflegte und wartete die Bordausstattung an Deck.

Auf Pionier-Sicherungsbooten unterstützte der Feldkoch im Frieden den Flusspionier zusätzlich beim

  • Ankern,
  • Schleppen,
  • Bordwaffeneinsatz
  • Rettungsdienst und
  • Fahren mit Notruder.

Als Feldkoch war er für

  • Empfang, Lagerung, Zubereitung und Ausgabe der Verpflegung,
  • Sauberkeit der Bootsküche und Kochanlage sowie
  • Vollzähligkeit des Küchengerätes verantwortlich.

Vor Antritt einer Fahrt überprüfte der Feldkoch, ob Kochanlage und Kühlschrank einwandfrei arbeiten und empfing Verpflegung, die er während der Übernahme auf Vollzähligkeit und Brauchbarkeit überprüfte.

Er lagerte sie in den vorgesehenen Behältern an Bord.

Der Feldkoch meldete dem Bootskommandanten nach Überprüfung:

"Verpflegung ordnungsgemäß übernommen, Koch-und Kühlanlage betriebsbereit"!

Während der Fahrt bereitete der Feldkoch zu befohlenen Zeiten die Kost zu und gab sie aus. Musste der Feldkoch die Bootsküche für eine nicht absehbare Zeit verlassen, schaltete er die Kochanlage ab und nahm aufgesetzte Speisen vom Herd. Falls erforderlich, konnten Soldaten vom Bootskommandanten zur Unterstützung des Feldkochs befohlen werden.

Nach einer Fahrt wurde die nicht verbrauchte Verpflegung in der Truppenküche zurück gegeben.

Wasserstraßen

Einsatzgebiete

Wasserstraßen

... die von Booten der Flusspioniere, - unter Beachtung von neun verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen -, befahren wurden.

See-Schiffahrtsstraßen:

  • Küstengewässer Nordsee
  • Küstengewässer Ostsee
  • Hunte
  • Nord-Ostesee-Kanal

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